Rezension: "Sayuri" - Carina Bargmann

4/25/2011 10:18:00 nachm.

Shoan war ein alter Mann, ein Narr, verliebt in seine Bücher und geblendet von einer Illusion der Gerechtigkeit und des Friedens. Die Welt, von der er träumte, würde es nie geben. Die Realität sah anders aus und wurde vom Recht des Stärkeren bestimmt, das hatte Marje schon früh genug lernen müssen.

Erster Satz:
"Das ist das Ende", stellte der Mann mit schwacher Stimme fest.

Inhalt:
Eine Welt voller Magie erwacht zum Leben.
Die Kaiserstadt ist in großer Aufruhe. Der Kaiser, auch genannt: die Quelle, sieht ihrem Ende entgegen. Schuld daran ist ein einziges, sechzehnjähriges Kind, dass hingegen zum Kaiser von Tag zu Tag immer stärker wird. Um dieses eine Kind zu finden und die Quelle vor dem Sterben zu retten, setzt die kaiserliche Familie alles in Bewegung. Erst kappt sie fast komplett, die Wasserversorgung zu der ärmeren Bevölkerung, dann verbannt sie alle sechzehnjährigen aus der Stadt. Mitten unter ihnen Marje und Milan, zwei Taller, aus der armen Bevölkerung. Gegen jeden Widerstand, kämpfen sie für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. An ihrer Seite, die Stumme Sayuri, die einen kleinen Kräuterladen führt. Bald schon entbrennt ein Abenteuer um das Leben, um die Liebe und um ein alles umhüllendes Geheimnis an dessen Ende die Wahrheit mit großen Überraschungen auf den Leser wartet.

Cover/Innengestaltung:
Das Cover des Buches ist einfach unglaublich schön. Bei mir hat es sogar zum Kauf des Buches bewogen. Die vielen , kleinen Blumen und Verschnörkelungen wirken verträumt und sprechen meinen Geschmack direkt an. Die drei Personen auf dem Cover wirken jedoch etwas fehl am Platz. Besonders nach dem Lesen, ist für mich als Leser immernoch nicht ganz genau klar, um wen es sich auf dem Cover denn nun handelt. Trotzdem wirklich ein gelungenes Cover, das besonders die Stimmung der Geschichte wiederspiegelt.

Eine Innengestaltung des Buches ist nicht vorhanden. Außer, dass die Geschichte in drei Teile aufgeteilt ist, gibt es nichts nennnenswertes.

Titel:
Anfangs konnte ich mir unter dem Titel "Sayuri" nur sehr schwer etwas vorstelllen, deshalb hatte ich die Ansicht, dass es sich hierbei wohl um die Hauptperson der Geschichte handeln wird. Leider konnte man später, beim Lesen nur sehr schwer rausfiltern, weshalb dieses Buch denn nun diesen einen Titel bekommen hat. "Sayuri" sagt in meinen Augen auch nach dem Lesen wenig über die Story aus. Viel mehr noch, verrät sie dem Leser sogar im Vorraus durch durch die Namensgebung, ein kleines, wichtiges Detail, nämlich wer genau der "auserwählte Sechzehnjährige" ist. Meiner Meinung nach also ein wenig zu viel vorgegriffen durch den Titel.

Schreibstil:
Carina Bargmann schreibt für ihr Alter ziemlich gut. Ihre Sätze sprühen vor Leben und Energie und man kann sich mit jedem Wort mehr und mehr in eine neue Welt einfühlen. Jedoch neigt die Autorin dazu, geschriebenes wenig zu erklären. So wusste ich selbst nach 100 Seiten noch nicht, in welchem Land, zu welcher Zeit oder gar in welcher Welt ich mich überhaupt befinde. Es werden dem Leser Begriffe an den Kopf geworfen, die er in den meisten Fällen, wahrscheinlich noch nie in seinem Leben gehört hat - doch aufgelegt wird nichts. Auch die verschiedenen Wesen in der Geschichte, werden nur wenig beschrieben oder gar erklärt. Für mich ein sehr bitterer Nachgeschmack. Denn meiner Meinung nach, sollte man bei einer Fantasygeschichte immer sehr gut erklären, wo und mit welchen Kreaturen man sich umgibt. So hatte ich beim Lesen eher durchgehend einen eher "verschwommenen" Eindruck. Vieles blieb unschlüssig und verwirrte mich zusätzlich. So kann ich sagen, dass ich erst gegen Mitte des Buches in der Welt von Carina Bargmann angekommen war. Ich finde das sehr schade, da ich in ihrem Schreibstil und auch in ihrer "Idee" sehr viel potential sehe, sie es aber viel zu selten auch ganz ausnutzt. Bevor ich jedoch jetzt nur negatives schreibe, was sehr gelungen war: durchgehend herrschte ein relativ interessanter und spannender Aufbau des Buches! Dafür immerhin ein kleiner Pluspunkt.

Charakter:
Die Charakter an sich, waren alle sehr liebevoll ausgearbeitet. Es war wirklich alles vorhanden, was eine gute Geschichte braucht: von der mutigen Rebellin bis zum kämpfenden Prinzen. Jedoch waren es für meinen Geschmack fast zu viele Figuren. Besonders wenn man die Tatsache betrachtet, dass die Autorin sehr viele Perspektiven offengelegt hat. Dies führte bei mir sehr oft zu großen Irrungen und Wirrungen.

Fazit:
Am Ende lässt sich für mich sagen, dass "Sayuri" mich nur mäßig überzeugt hat. Vom Schreibstil wie auch der Idee war ich sehr positiv angetan, jedoch haben mich Charakter, die fehlenden Beschreibungen und eine etwas zu sehr überladene Fantasygeschichte eher erschlagen als überzeugt. Die erste Hälfte des Buches, war trotz einiger spannender Stellen, richtige Überwindung für mich. Ich war teils so überfordert und auch genervt, dass ich mehr als einmal überlegt habe, die Geschichte aufzugeben. Mir tut es sehr leid um das Cover, was in meinen Augen dem Leser mehr verspricht, als es am Ende halten kann.

Mit ganz, ganz viel Überwindung, bekommt das Buch von mir dann doch drei Herzen, auch wenn es nah an der Grenze stand.



Facts:
Carina Bargmann, Jahrgang 1991, hat schon als Zehnjährige mit dem Schreiben angefangen. Mit fünfzehn Jahren hatte sie bereits zwei große Fantasyromane verfasst und wurde wenig später von einer der renommiertesten deutschen Literaturagenturen als Nachwuchstalent entdeckt. Neben dem Schreiben hat sie noch zahlreiche andere Hobbies, unter anderem ist sie fasziniert von der asiatischen Kultur und lernte Japanisch. Carina Bargmann lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in Braunschweig.

[Quelle: sayuri-lesen.de]




Eure Jenny

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken...

2 Wortgeflüster

  1. Das Cover gehört zu den schönsten, find ich :-) Trotzdem macht mich die Geschichte nicht so an u. deine Rezi bestätigt das.
    Viele LG,
    Damaris

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  2. Ich wurde mit "Sayuri" selbst vor kurzem fertig.
    Gekauft hatte ich es mir aus mehreren Gründen.
    Ich wollte was neues im Bereich Fantasy; mir gefiel das Cover; war neugierig, da die Autorin sich für Japan interessiert ^^; der Erzählstil in der Probe hatte mir gefallen.
    Ich hatte aber das gleiche Problem wie du.
    "Was ist nochmal ein Wiljahr?" "Wie schaut diese Person nochmal aus?" "Ähm, wer genau ist das nochmal?"
    So viele Dinge, Personen und Namen, die man sich fast schon selbst zusammendichten musste.

    Deshalb wollte ich auch wissen, ob es anderen genauso erging. Gut (oder schlecht?), dass ich nicht die Einzige bin.

    Deine Rezision hat mir sehr gut gefallen. Man merkt, dass du schon einige Bücher gelesen hast. :)
    Ich werde diesen Blog auf jeden Fall weiterverfolgen.

    LG
    Hikariko

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