Rezension: "Der Sommerfänger" - Monika Feth

6/16/2011 07:08:00 nachm.

"Lauf", flüsterte er. "Lauf und versuch, dich vor mir zu verstecken." Das Sommerspiel. "Ich werde dich fangen. Wie damals. Ganz genau so." Sommerfänger. Das Wort gefiel ihm und er sprach es ein paar Mal leise aus. "Los, Alex", flüsterte er. "Lass uns anfangen. Lauf!"

Erster Satz:
Die Luft war so heiß, dass sie beim Einatmen schmerzte.


Inhalt:
Du kannst zwar vor der Verganheit flüchten, doch dich niemals vor ihr verstecken. Denn für sie ist es ein Leichtes, deine tiefsten Ängste wahr werden zu lassen, dich zu finden. Auch in den dunkelsten Verstecken, wirst du nicht sicher sein.

Zwei Jahre voller Erinnerungen und Schmerz liegen hinter Jette und ihren Freunden, doch auch jetzt nehmen die Albträume kein Ende. Denn es ist Sommer. Die Jahreszeit in der Jette ihr Herz verschenkte, zu lieben lernte und erkennen musste, dass ihre große Liebe eine Maske trug, voller Hass, Besessenheit und Mordlust. Nur knappt konnte sie damals dem Tod entrinnen und seit dem, wirbelt sie sich und ihre Freunde, von Abenteuer zu Abenteuer - eines schreklicher als das Andere. Doch ihr neuer Freund Luke gibt ihr Hoffnung, Kraft und Mut in die Zukunft zu schauen. Doch er weckt in ihr auch erneute Ängste. Denn Luke ist verschlossen und verbirgt seine Träume, Vorlieben und Hoffnungen hinter einer dicken Maske aus Schweigen. Egal was Jette auch unternimmt, sie kommt einfach nicht an ihn heran, dabei wünscht sie sich doch nur endlich anzukommen, in der Gegenwart und die Vergangenheit tief in einem Regal zu vergraben. Doch dann gerät ihr Leben erneut ins Schwanken. Denn der Vergangenheit entkommt keiner, auch nicht Luke. Als sein Mitbewohner tot in der Badewanne aufgefunden wird, gerät er ins Netz der Ermittlungen und verschwindet darauf spurlos. Ehe sich Jette und ihre Freunde versehen, geraten sie in ein grausames und spannendes Katz- und Mausspiel und wieder sind sie die Gejagten nur einem Schritt, einen Hauch vom Tod entfernt.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Monika Feth ist atemberaubend und unglaublich schön. Ich habe jeden Satz in diesem Buch mit Genuss und Liebe verschlungen. Denn die Autorin schreibt so bildlich und teilweise auch poetisch, dass man sich hinter jedem Wort verliert und hofft, die Geschichte möge niemals enden. Ich habe jede Seite total gerne gelesen, oft sehr schöne Sätze, nochmals gelesen und mich durch diesen zauberhaften Schreibstil voll und ganz in die Geschichte von Jette und ihren Freunden ziehen lassen. Diese konnte mich schon nach wenigen Minuten, mit Haut und Haaren aufsaugen. Monika Feth ist sich auch in ihrem fünften Jette-Thriller treu geblieben, hat nichts an ihrer Art und Weise zu schreiben eingebüßt. Auch der Wechsel der Perspektiven bleibt dem Leser in diesem Band erhalten. Dadurch, dass die Autorin alle, für die Handlung wichtigen Figuren ganz genau ausleuchtet und ihre Gefühle an den Tag befördert, erschafft sie ein Buch, dessen Figuren durchaus sehr bewegend sind.

Charaktere:
Wie schon erwähnt, unterstreicht der stetige Wechsel der Erzählperspektiven, ein Gefühl für den Leser zu den Figuren. Man trifft die besorgte Mutter von Jette und Autorin Imke Talheim wieder und erfährt von ihr, dass sie auf unergründliche Weise, eine tiefe Verbundenheit zu dem Ermittler Bert Melzig empfindet. Diese kam bereits im vierten Band deutlich zum Vorschein und knüpft demnach in diesem Band, nahtlos an die Geschehnisse und Empfindungen der Figuren an. Auch Bert Melzig ist demnach ein liebevoller Charakter den wir, trotz seiner Vertsetzung nach Köln in diesem Buch wiederfinden. Seine Gefühle gleichen denen von Imke Talheim, denn auch er fühlt sich zu ihr hingezogen. Zudem macht ihn die Kälte, mit der seine Frau ihn straft, sehr zu schaffen. Ich bin der Meinung, dass Monika Feth durch ihr fünftes Buch, den Charaktern noch mehr Tiefe verliehen hat. Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass dem Leser von Band zu Band, die Figuren immer mehr ans Herz wachsen und man sich eigentlich am Ende nie ganz verabschieden möchte. Auch die Täter üben auf mich immer eine gewisse Magie aus und wachsen mir ans Herz. Ich kann verstehen, dass so viele Leser und Fans an den Geschichten von Jette hängen. Denn der schöne Schreibstil der Autorin, verleiht jedem Charakter einen liebevollen Zug und sorgt so dafür, dass man diese Figuren auch nicht aufgeben und verlassen will. Man lacht, weint und fiebert mit jedem mit und hofft auf ein "Happy End."

Idee/Umsetzung:
Die Umsetzung der Geschichte von Monika Feth ist diesmal eher "mittelmäßig". Die Handlung hat sich an einigen Stellen oftmals sehr gezogen und unnötige Beschreibungen haben die Spannung nach und nach immer mehr abflachen lassen. Hierzu muss ich anmerken, dass ich, obwohl ich die Geschichte rund um Jette sehr gerne mag, das Unglück was ihr immer und immer wiederfährt, langsam sehr unglaubwürdig finde. Jette und ihre Freunde haben schon so viel erlebt. Sie haben Grausamkeiten gesehen und das Böse im Menschen entdeckt. Doch trotzdem leben sie ihr Leben wie gewohnt weiter und stürzen sich immer wieder in neue Abenteuer. Ich finde diese Idee nach dem fünften Band dann doch etwas abgedroschen. Denn es ist wohl doch schon realitätsfremd, dass Jette nach so vielen schrecklichen Erlebnissen, kein Trauma davongetragen hat. Dies könnte demnach zusätzlich der Grund dafür sein, warum ich das Buch auch an vielen Stellen eher uninteressant fand. Die naive Liebe mit der Jette, Luke vertraut, erinnert sehr stark an den ersten Band und lassen mich als Leser daran zweifeln, ob sie überhaupt etwas daraus gelernt hat, dass sie beinahe ihr Leben verloren hätte. Deshalb sehe ich das als einzigen Kritikpunkt an. Zwar liebe ich die Jette-Thriller und lese sie immer wieder gerne, aber da Jette keine "Ermittlerin" ist und immer unbewusst in die Geschichte hineinrutscht, verliert das Abenteuer ein Stückchen seiner Glaubhaftigkeit.

Fazit:
"Der Sommerfänger" von Monika Feth, ist ein durchaus spannendes Buch und ein "must-read" für jeden Fan der Reihe um Jette und ihre Freunde. Dabei hebt sich die Geschichte durch liebevolle Figuren hervor, die einem schnell ans Herz wachsen, wie auch durch einen starken und wunderschönen Schreibstil. Die Autorin schafft es, den Leser innerhalb von 400 Seiten in eine rasante Jagd zu ziehen, in welcher man mit jedem Charakter mitfiebert und auf das erhoffte "Happy End" wartet. Jedoch ist die Geschichte längst nicht so spannend und glaubhaft, wie seine Vorgänger, dessen sollte man sich als Leser bewusst sein und nicht mit zu großen Erwartungen in das Abenteuer starten. Trotzdem stufe ich dieses Buch als durchaus lesenswert ein, besonders für jene, die einen passendes Buch für ihren Sommerurlaub suchen. Denn der Titel und die Atmosphäre machen bei solchem Wetter Lust auf mehr.


Facts:
Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Leser aller Altersgruppen schreibt.
Der sensationelle Erfolg der "Erdbeerpflücker"-Thriller machte sie weit über die Grenzen des Jugendbuchs hinaus bekannt. Ihre Bücher wurden in über 20 Sprachen übersetzt.
[Quelle: randomhouse.de]



Homepage der Autorin:
monika-feth.de


Produktinformationen:
  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: cbt (11. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570307212
  • ISBN-13: 978-3570307212
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Originaltitel: Thriller
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,4 x 4,6 cm
  • Buch: "Der Sommerfänger" bei Amazon.de HIER


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Mein herzlicher Dank, für das Rezensionsexemplar geht an:


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Eure Jenny


Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken...

2 Wortgeflüster

  1. Als erstes will ich zu den Nachteilen dieses Buches kommen. Nachteile sind erstens, dass ich diese Autorin und diese Buchreihe um Jette erst jetzt entdeckt habe, Nachteil ist auch, dass ich die Vorgänger noch nicht gelesen habe!

    Ein bißchen hat es mich schon geärgert, dass ich so „mittendrin“ aus einer Reihe ein Buch gelesen habe. Allerdings ist es für das Verstehen der Geschichte unerheblich, ob man die Vorgänger gelesen hat.

    Von Beginn an spannend bleibt es auch so bis zum Ende der Geschichte.

    Jette ist wieder verliebt, doch leider läuft mit Luke nicht alles so gut. Er zieht sich oft tagelang zurück und Jette weiß eigentlich nichts über ihn. Nur dass sie Luke liebt. Als der Mitbewohner von Luke ermordet wird, beginnt eine Hetzjagd, bei dem die Liebe zwischen Jette und Luke und das gegenseitige Vertrauen auf eine harte Probe gestellt wird bis es schließlich zum Showdown kommt.

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